Positionspapier zum qualitativen Ausbau von DGS in Schulen
Aktuelles | 11.08.2026
Die LAGS mit dem Netzwerk Hörbehinderung Bayern (NHB) unterstützt das Positionspapier des Berufsverbands Bayerischer Hörgeschädigtenpädagogen BBH e.V. und der zugehörigen Arbeitsgemeinschaft B4 – Bilinguale-Bimodale-Bildung in Bayern.
Das Positionspapier fordert eine Erhöhung und Priorisierung des Fortbildungsangebots für Lehr- und Fachkräfte an Bildungseinrichtungen mit dem Förderschwerpunkt Hören zu Deutscher Gebärdensprache (DGS), Deaf-Didaktik sowie weiteren Inhalten zu Sprache und Kultur tauber und schwerhöriger Menschen.
Im Positionspapier wird die derzeitig vorherrschende Situation hinsichtlich Deutscher Gebärdensprache an den Förderzentren Hören und in Teilen der Inklusion reflektiert und fundiert dargelegt, ebenso die daraus resultierenden negativen Folgen für die betroffene Schülerschaft. Gleichzeitig werden notwendige Voraussetzungen zur Behebung der Unzulänglichkeiten begründet aufgezeigt.
Der Berufsverband BBH e.V. mit der AG B4 sowie die unterstützenden Verbände fordern mit dem vorliegenden Positionspapier eine gezielte Weiterentwicklung der DGS-Kenntnisse und der dazugehörigen didaktischen Fachkenntnisse für die unterrichtenden Lehrkräfte zur adäquaten Unterrichtung und Förderung ihrer Schülerschaft im Förderschwerpunkt Hören.
Die sieben Kernforderungen
- Fortbildungen zu DGS und Deaf-Kompetenz deutlich ausbauen
Lehr- und Fachkräfte sollen nicht nur zur Hörschädigung, sondern gleichermaßen zu DGS, DGS-Didaktik, Deaf-Didaktik und Deaf-Culture qualifiziert werden. - Umfassende Nachqualifizierung des bestehenden Personals
Für die bereits tätigen Lehr- und Fachkräfte soll schnell ein breites Angebot an Qualifizierungsmaßnahmen geschaffen werden, um bestehende Kompetenzlücken zu schließen. - Regelmäßige und zertifizierte Fortbildungsangebote etablieren
Die Fortbildungen sollen systematisch, aufeinander aufbauend und zertifiziert sein, damit ein einheitliches Qualifikationsniveau erreicht werden kann. - DGS-Kenntnisse zum Standard für schulisches Personal machen
Lehr- und Fachkräfte an Einrichtungen für hörgeschädigte Kinder sollen über ausreichende Gebärdensprachkompetenz verfügen; DGS-Kurse sollen dauerhaft angeboten werden. - Verbindliche Sprachstandards für DGS prüfen
Analog zu Fremdsprachenlehrkräften soll über festgelegte DGS-Kompetenzniveaus und einen gewissen Grad an Verbindlichkeit nachgedacht werden. - DGS als Wahl- bzw. Wahlpflichtfach in der Sekundarstufe einführen
Bayern soll die KMK-Empfehlungen zur Deutschen Gebärdensprache als Schulfach umsetzen und dafür entsprechende Konzepte sowie qualifiziertes Personal entwickeln. - Fortbildungen vollständig finanzieren und Kooperationen stärken
Die Kosten für notwendige Qualifizierungen sollen übernommen werden. Zudem sollen Schulen, Forschungseinrichtungen, Verbände und Behörden enger zusammenarbeiten, damit neue Erkenntnisse schnell in die Praxis gelangen.
Kurz zusammengefasst:
DGS, Deaf-Didaktik und Deaf-Culture müssen im Förderschwerpunkt Hören zu einem festen Bestandteil der Aus- und Fortbildung aller Lehr- und Fachkräfte werden, damit gesetzliche Vorgaben, Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe für taube und schwerhörige Schülerinnen und Schüler tatsächlich umgesetzt werden können.
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