Arbeitslosenstatistik schwerbehinderter Menschen im Mai 2026
Aktuelles | 08.06.2026
Laut der Bundesagentur für Arbeit waren im Mai 2026 189.960 schwerbehinderte Menschen arbeitslos, dies sind mithin 3 % mehr als im Vorjahresmonat (Mai 2025: 184.020). Davon waren 92.590 Personen 55 Jahre und älter; 87.240 hatten eine betriebliche/schulische Ausbildung.
2025 waren im Jahresdurchschnitt 184.720 schwerbehinderte Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit von schwerbehinderten Menschen ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung höher und betrug im Jahr 2025 12 %. Im Vergleich zu nicht schwerbehinderten Arbeitslosen haben schwerbehinderte Arbeitslose eine höhere Qualifikation, jedoch sind sie auch älter und haben eine längere Arbeitslosigkeitsdauer. Zudem ist die Abgangsrate aus der Arbeitslosigkeit bei schwerbehinderten Menschen niedriger als bei nicht schwerbehinderten Menschen, d.h. sie haben geringere Chancen, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Die Erfüllung der Beschäftigungspflicht von Arbeitgebern variiert stark zwischen den Branchen, wobei die Öffentliche Verwaltung mit 64 % den höchsten Anteil an vollständig erfüllten Pflichtarbeitsplätzen aufweist.
Des Weiteren sind mit einer Quote von zuletzt 13,0 % schwerbehinderte Menschen in Ostdeutschland noch stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als schwerbehinderte Menschen in Westdeutschland (Quote 2025: 11,8 %). Das Bundesergebnis für 2025 von 12,0 % setzt sich aus einer anteiligen SGB III-Quote von 4,9 % und einer anteiligen SGB II-Quote von 7,1 % zusammen.
Wann die Bundesregierung Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigung behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ergreift und damit verbunden eine längst überfällige Reform des Werkstattsystems einschließlich einer Novellierung der Werkstattentgelte auf den Weg bringt, um dem seit längerem vorherrschenden negativen Trend entgegenzuwirken, ist derzeit ungewiß. Denn zusätzlich zu den fast 190.000 schwerbehinderten Arbeitslosen arbeiten über 300.000 behinderte Menschen im Eingangs- und Berufsbildungsbereich bzw. im Arbeitsbereich von Werkstätten für behinderte Menschen weit unter Mindestlohn sowie mit sehr geringen Chancen auf eine Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Weitere Zahlen zur Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen finden Sie unter diesem Link.